Hygienehandgel – falls kein fließend Wasser verfügbar ist

Hygienehandgel – falls kein fließend Wasser verfügbar istEs ist nicht verkehrt, ein kleines Fläschchen Hygienehandgel in der Tasche zu haben. Insbesondere die kleinen Flaschen mit 50 ml Fassungsvermögen sind für diesen Zweck besonders gut geeignet. Natürlich stellt sich aber die Frage, ob Hygienehandgel gleich Hygienehandgel ist und worin sie sich eigentlich unterscheiden. Dass es Unterschiede gibt, daran ist nicht zu zweifeln. Dennoch aber können sie sehr gut im Vergleich abschneiden und somit jederzeit zweckentsprechend eingesetzt werden.

Das Wirkungsspektrum

Es ist eindeutig, dass dies die erste Frage ist, die ein Interessent stellen wird. Kein Wunder, da wir in einer Zeit leben, in der sich immer mehr Viren auf den Weg zu machen scheinen, um den Menschen das Leben so schwer wie möglich zu machen. Doch jedes Virus ist irgendwie anders. So ist es nur allzu verständlich, dass nicht jedes Hygienehandgel auch gegen jedes Virus wirken kann. Es kommt stets auf die Zusammensetzung der Wirkstoffe, die Anwendungsform wie auch die eventuell vorhandenen Viren an.

Welches Spektrum das entsprechende Hygienegel abdeckt, ist auf der Produktbeschreibung zu finden. Gerade in Bezug auf die aktuellen Corona-Viren sollte auf die besondere Erwähnung geachtet werden. Werden sie nicht aufgezeigt, so ist leider davon auszugehen, dass das Handgel nicht dagegen wirksam sind.

Würde man einen Experten fragen, wo würde er uns mitteilen, dass die Wirkstoffe wie folgt in ihrer Wirkung unterschieden werden:

  • Antibakteriell: Taucht dieser Begriff in der Beschreibung auf, so wirkt das Mittel souverän gegen Bakterien.
  • Antiviral: Grundsätzlich ist hiermit die Wirkungsweise gegen Viren angezeigt. Allerdings müssen die Viren unterteilt werden. Es gibt einerseits behüllte Viren und unbehüllte Viren. Zu den behüllten Viren sind unter anderen die Noro- und Rotaviren zu zählen. Auch das Covid-19-Virus gehört zu behüllten Viren. Und dennoch sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass diese Klassifizierung vermerkt ist!

Ist jedes Hygienehandgel auch wirklich gut hautverträglich?

Corona hat uns alle dazu gezwungen, dass wir uns die Hände noch öfter waschen und desinfizieren als früher. Sicherlich haben wir auch vorher schon gewusst, dass das regelmäßige Händewaschen uns vor Krankheiten schützen kann. Nicht selten ist dieser Hinweis durch die Medien, die Betriebe, Schulen und Kindergärten gegangen, wenn alljährlich im Herbst die Grippewelle um sich gegriffen hat. Doch mit Corona mussten diese Vorsichtsmaßnahmen verschärft werden, wie wir alle wissen. Die Desinfektion der Hände ist der nächste logische Schritt gewesen.

Während in Supermärkten, Firmen, Schulen, Ämtern und Kindergärten die Desinfektionsspender schnell am Eingang montiert werden konnten, ist dies etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln oder am Unterstand für Einkaufswagen nicht immer möglich gewesen oder nicht durchgeführt worden. Kein Wunder, dass sich viele selbst ausgerüstet haben. Genau, indem sie eine kleine Flasche mit Desinfektions- bzw. Hygienehandgel immer in der Tasche bei sich tragen.

Das häufige Desinfizieren der Hände hat aber auch einen Nachteil, egal wie gut das Mittel tatsächlich wirkt. Es trocknet auf Dauer die Haut aus. Menschen, die sowieso zu trockener Haut neigen, stehen also einem großen Problem gegenüber. Die ohnehin empfindliche Haut wird immer weiter gereizt, sodass auch das regelmäßige Eincremen mit nährender Creme bzw. Ölen nur noch bedingt ausreicht, um die Haut zu befeuchten. Das Ergebnis sind immense Hautprobleme.

Ganz besonders sind Produkte dafür verantwortlich, die einen relativ hohen Anteil an Alkohol aufzeigen. Denn der Alkohol spaltet die Lipide, die Teile der Hautfette, also der natürlichen Hautbarriere, darstellen, sodass mehr Umwelteinflüsse die Haut direkt erreichen können.

Es versteht sich also von selbst, dass die Desinfektionsmittel für die Hände sehr gut dermatologisch getestet werden müssen, um den Anforderungen des Endverbrauchers standhalten zu können. Nur können leider keine Pflegemittel in die Desinfektionslösung integriert werden, da die Wirkung sich sonst gegenseitig aufheben würde. Es bleibt also nur die Option, dem Rat vieler Hautärzte zu folgen:

Desinfizieren Sie sich die Hände, lassen Sie diese kurz trocknen, um sie danach mit einer pflegenden, nährenden Creme einzucremen. Wer an dieser Stelle fragen möchte, ob eine Handlotion auch in Ordnung wäre? Nun, der Verbraucher würde sich vermutlich auf die Nutzung der Lotion einlassen. Der Hautarzt würde aber eher zu einer guten Creme greifen. Denn in der Lotion ist viel Wasser enthalten, um sie geschmeidig und leichter anwendbar zu machen. Wer jedoch ohnehin mit trockener Haut zu kämpfen hat, würde damit nur noch mehr Schaden anrichten, da trockene Haut Fette als Feuchtigkeitsgeber benötigt, nicht Wasser.

Sie brauchen also beides in Ihrer Tasche, das Desinfektionsgel sowie auch die gute Creme für danach.

Welche Eigenschaften sollte das Gel noch mitbringen?

Es ist wichtig, dass von dem Desinfektionsgel nur eine kleine Menge benötigt wird, etwa ein erbsengroßer Tropfen wie viele Hersteller es nennen. So ist die kleine Flasche immer ausreichend. Bei den mobilen Flaschen ist nur selten ein Pumpspender dabei, sodass die Größe des Tropfens selber dosiert werden muss. Eine sparsame, aber ausreichende Anwendung ist sinnvoll. Die genaue Anweisung ist stets auf der Flasche vermerkt. Grundsätzlich sollte gelten, dass das Gel nicht abgewaschen werden muss.

Auch die Einwirkzeit ist zu beachten. Je kürzer sie ist, desto besser ist dies für den Anwender. Wirkt das Mittel schneller und muss zudem nicht abgewaschen werden, kann schnell mit der gewohnten Tätigkeit fortgefahren werden.

Da die Hersteller ihre Zusammensetzung individuell zusammenstellen, achten einige vermehrt darauf, ein sehr sanftes und hautverträgliches Produkt zu kreieren. Sie verzichten bewusst auf Duft- und Farbstoffe. Andererseits verwenden sie Inhaltsstoffe, die Feuchtigkeit spenden und gleichzeitig eine gute Desinfektion gewährleisten.

Wie werden die Hände mit dem Gel am effektivsten desinfiziert?

Richtig – jede einzelne Flasche ist mit der Gebrauchsanweisung versehen. Aber wir wollen ehrlich sein: Die Aufschrift auf den Flaschen ist derart klein, dass man schon Adleraugen haben muss, um es lesen zu können. Deshalb wiederholen wir kurz die effektivste Desinfektionsmethode der Hände:

  • Entnehmen Sie der Flasche einen Tropfen des Desinfektionsgels.
  • Reiben Sie Ihre Hände für 30 bis 60 Sekunden mit dem Mittel ein. Vergessen Sie die Fingerzwischenräume nicht. Auch der Handrücken muss behandelt werden.

Alternative Desinfektionsmethoden

Wer mobil die kleine Hygienehandgel-Flasche mit sich tragen möchte, ist sehr gut beraten. Zu Hause aber oder wo immer ein gut gefüllter Seifenspender vorhanden ist, kann auf das Desinfektionsmittel verzichtet werden. Ihre Haut wird es Ihnen danken. Denn eine gute Handreinigung mit einer regulären Seife und fließendem Wasser ist ebenfalls ausreichend, um eventuelle Bakterien und Viren von der Hautoberfläche zu eliminieren. Die Seife, um genau zu sein die darin enthaltenen Tenside, wird die behüllten Viren deaktivieren. In diesem Zustand können sie leicht abgewaschen werden. Ein anschließendes Anwenden eines Desinfektionsmittels ist nicht notwendig. Pflegen Sie Ihre Hände nach dem sorgfältigen Händewaschen mit einer guten Creme wie üblich.

Ja, die Seife ist unbedingt notwendig. Denn nur fließendes Wasser, egal ob warm oder kalt, kann die Viren nicht von der Hautoberfläche spülen. Sie wissen sich festzuhalten. Erst die Tenside der Seife können die Viren ausschalten, sodass sie mit dem Seifenschaum abgespült werden können.

In Krankenhäusern werden sogenannte rückfettende Desinfektionsmittel eingesetzt. Dies ist notwendig, da sich das Krankenhauspersonal nach jedem Patientenkontakt die Hände desinfizieren muss. Auf Dauer würde dies die Haut so stark schädigen, dass es zu schweren Hautproblemen kommen würden – bei den meisten der Angestellten. Auch in anderen Betrieben, in denen die Hände extrem häufig desinfiziert werden müssen, sollten die rückfettenden Desinfektionsmittel zum Einsatz gebracht werden. Sicherlich wären sie auch im privaten Bereich sehr angenehm. Diesbezüglich muss man sich allerdings mit den auf dem Markt erhältlichen Produkten, die hautpflegende Substanzen einsetzen, zufrieden geben.